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Walter-Kertz-Medaille der DGG an Alexander Gerst verliehen

 

Erstmalig wurde die Walter-Kertz-Medaille der DGG an ein Mitglied mit einem besonderen und einmaligen Blick auf unseren Heimatplaneten verliehen: Astronaut Alexander Gerst hat vor allem mit seiner Berichterstattung aus dem All und seinen Fotos der Erde aus dieser besonderen Perspektive zu einer Stärkung der Geophysik und ihrer Wahrnehmung im politischen und gesellschaftlichen Umfeld beigetragen.

Bevor Gerst als Bordingenieur der ISS 2014 ins All startete, hat der heute 43-jährige in Karlsruhe Geophysik studiert. 2003 legte er sein Diplom am Institut für Geophysik des heutigen KIT ab, den Master of Science erwarb er 2005 an der Universität Wellington in Neuseeland, um anschließend an der Universität Hamburg zu promovieren.

Verleihung der Walter-Kertz-Medaille der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft an Dr. Alexander Gerst (rechts) durch die DGG-Präsidentin Heidrun Kopp und Vize-Präsident Dr. Christian Bücker.

Gerst ist der dritte deutsche Raumfahrer, der an Bord der ISS gelebt und gearbeitet hat. Er setzte sich bereits 2008 während seiner Promotion gegen 8.000 Mitbewerber der ESA durch und startete 2014 zu seinem ersten Einsatz während der Mission Blue Dot. Zu seinen Aufgaben an Bord der ISS zählten wissenschaftliche Experimente im europäischen Columbus-Labor genauso wie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten als Bordingenieur. Während der ESA-Mission Horizons in 2018 war Alexander Gerst als Kommandant auf der ISS. Extreme Umgebungen haben Gerst schon während des Studiums und der Promotion fasziniert. Im Rahmen seiner Diplomarbeit untersuchte er die Veränderungen von Strukturen unter dem neuseeländischen Vulkan Ruapehu nach einer Eruption. Seine Doktorarbeit führte ihn zu Feldmessungen in die Antarktis, wo er zur Eruptionsdynamik des Mount Erebus forschte.

Die Überreichung der Walter-Kertz-Medaille erfolgte am 10. Mai 2019 durch die DGG Präsidentin Professor Heidrun Kopp und den DGG Vize Präsidenten Dr. Christian Bücker im Hause der Wintershall Dea in Hamburg. Auch Gersts Doktorvater Professor Matthias Hort von der Universität Hamburg nahm an der Veranstaltung teil, ebenso wie der Deutschlandchef Dirk Warzecha und weitere Vertreter der Wintershall Dea. Die Laudatio von Professor Karl-Heinz Glaßmeier (Braunschweig), verlesen durch Dr. Christian Bücker, hob vor allem die besonderen Verdienste von Alexander Gerst im Interesse und zur Förderung der Geophysik hervor, für die die Walter-Kertz-Medaille verliehen wird.

Alexander Gerst, der seit 2004 DGG-Mitglied ist und auch als Astronaut weiter seine engen Verbindungen zur Geophysik lebt, überreichte der DGG ein Missionsemblem der Horizons-Mission. Im Anschluss berichtete er von den Eindrücken im All und der einmaligen Sicht auf unsere Erde, die aus dem Weltraum klein aussehe: „Mir wurde bewusst, dass die Erde tatsächlich rund ist und wie überschaubar und verletzlich unser Lebensraum eigentlich ist“, so Gerst. Es komme entscheidend darauf an, mit den verfügbaren Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen: „Die Sicht von außen auf unseren einmaligen Lebensraum macht deutlich, dass wir sehr bewusst mit diesem großen Schatz umgehen sollten, um ihn auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Wird er zerstört, kann er nicht ersetzt werden.“ Ein Ausweichen auf andere Planeten, wie etwa dem Mars, sei laut Gerst keinesfalls ein vorstellbarer Ersatz.